Deutsche sind als Tatverdächtige offenbar besonders "gut" in u.a. Kinderpornografie, Korruption und Amtsdelikten (KKA)
24. April 2026
PKS 2025: Die unbequemen Zahlen liegen nicht immer dort, wo manche sie politisch gerne hätten.
Wer die Polizeiliche Kriminalstatistik nur dann zitiert, wenn sie Angst vor „den Ausländern“ erzeugen soll, betreibt keine echte Aufklärung der Bevölkerung. Ob so etwas gezielte Desinformation ist, können Sie nach der Lektüre dieses Artikels selbst beurteilen, wenn Sie wollen.
Ja: Die PKS weist Tatverdächtige nach Staatsangehörigkeit aus. Aber sie weist eben auch aus, dass bei der Verbreitung, dem Erwerb, Besitz und der Herstellung kinderpornografischer Inhalte rund 77,6 % der Tatverdächtigen Deutsche sind.
Und bei Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikten sind es sogar rund 89,5 % deutsche Tatverdächtige.
Das passt schlecht zu einfachen Feindbildern.
Vielleicht sollten wir also nicht nur vor dem fremden Mann auf der Straße gewarnt werden. Vielleicht sollten wir (bzw. die Polizei) auch genauer hinsehen beim netten deutschen Nachbarn, beim angesehenen teutonischen Onkel mit besonderen Neigungen, beim Beamten mit tadellosem Lebenslauf, beim Amtsträger, der sich bestechen lässt oder seine Position missbraucht.
Natürlich gilt: Die PKS erfasst Tatverdächtige, nicht Verurteilte. Die Unschuldsvermutung gilt von Seiten des Staats erstmal für alle. Gerade deshalb ist Vorsicht geboten, wenn aus Tatverdächtigen politisch „Täter“ gemacht werden oder im Bundestag von bestimmten Abgeordneten ein entsprechender Eindruck erweckt wird.
Wer Tatverdächtigenzahlen politisch ausschlachtet, muss sie vollständig aushalten können, auch wenn es dem sauberen, pünktlichen und hart arbeitenden, germanischen Selbstbild, das in Zeiten wie diesen immer öfter beschworen und von ganz oben gefordert wird, widerspricht.
Polemisch gesagt und gefragt:
In den Disziplinen "Kinderpornografie" und "Amtsmissbrauch" sind Deutsche nach den BKA-Zahlen offenbar deutlich „besser“ als Ausländer. Wären im Umkehrschluss Ausländer also die vertrauenswürdigeren (weniger tatverdächtigen) Beamten, Richter und Kindergärtner? Kann man daraus ferner schließen, dass unsere Bürokratie besser funktionieren würde, wenn weniger Beamte im Büro verbotene Filmchen anschauen oder diese über das Behördennetzwerk mit gleichgeneigten Kollegen teilen würden? Darf man schließlich 77,6 % und 89,5 % addieren, um daraus zu schließen, dass 167,1 % der Amtsträger korrupt sind UND auf Kinderpornos stehen? Oder gibt diese Statistik solche Folgerungen gar nicht her? (Kleiner Hinweis: Das war eine Fangfrage für unterkomplexe Statistik-Leser und Satire auf rechten Politiker-Sprech.)
Bei solchen Berichten gilt: Selbst Nachdenken ist gefragt, um nicht jeder populistischen Deutung auf den Leim zu gehen! Ich persönlich würde mir wünschen, dass die nackten Zahlen (ohne den gefärbten Bericht) veröffentlicht würden. Dazu eine Anleitung, wie man sie mit der KI seines Vertrauens oder PowerBI selbst auswerten kann. Das wäre neutraler und man müsste sich nicht auf die Deutung von Amtspersonen (die als Beamte auf Weisung handeln) verlassen.
Vielleicht liegt das eigentliche Problem also nicht in der Staatsangehörigkeit. Sondern darin, wie bequem wir uns unsere Angst anhand von Zahlen und einfachsten Kategorien sortieren (wollen) und wo die Polizei zuerst nach Tatverdächtigen sucht... vermutlich nicht in den eigenen Behörden, wie der im Folgenden verlinkte Korruptionsfall (man könnte auch sagen: Skandal) mitten in der Frankfurter Staatsanwaltschaft zeigt: "Ein Korruptionsermittler, der wegen Korruption verurteilt wird. Mit dem skurrilen Fall aus Frankfurt hat sich nun auch der BGH beschäftigt und die Verurteilung bestätigt."
https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/1str47523-bgh-oberstaatsanwalt-korruption-frankfurt
Hätte nicht die Frau des Straftäters Anzeige erstattet (so Presseberichte), wäre der bestechliche Oberstaatsanwalt vermutlich immer noch im Amt. "Ausgerechnet der frühere Leiter einer Ermittlungsstelle gegen Korruption war im Mai 2023 wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung schuldig gesprochen worden." Hält man dieses Versagen den dortigen Staatsanwälten (als Rechtsanwalt) im Angesicht einer inhaltlich nicht bearbeiteten Anzeige (wegen Korruptionsverdacht) und angesichts aktuell über einer Million nicht abgeschlossener Strafverfahren in Deutschland vor, gibt es als Reaktion - wie sollte es anders sein - eine berufsrechtliche Beschwerde, aber keine Stellungnahme zu eigenen (rein deutschen) Defiziten, z.B. Verdacht der Strafvereitelung im Amt, strafbar nach § 258a StGB.
Nur am Rande: Verdächtig, einseitig über 18.000 € für ein bewusst illegales Schiedsverfahren angenommen zu haben, waren im von mir beanzeigten Fall drei sehr altehrwürdige, deutsche, bis dato hochangesehene Rechtsanwälte aus der Frankfurter Szene, teils mit Professorentitel, die allem Anschein nach mit Billigung der dortigen Rechtsanwaltskammer handelten. Weiteres Potenzial also für einen neuen Frankfurter Justiz-Skandal in höchsten Kreisen, der massives Systemversagen aufzeigt. Diese Tatverdächtigen jedoch tauchen in der Polizeistatistik gar nicht auf, wenn die Staatsanwaltschaft/Generalstaatsanwaltschaft (auf Weisung) den Fall gar nicht bearbeitet bzw. nicht für Ermittlungen an die Polizei weitergibt. Lösen also die deutsche Staatsangehörigkeit und deutsches Geld strafrechtliche Probleme Einzelner, bevor sie überhaupt polizeikundig werden? Oder ist es unser sauberes Bild vom ehrwürdigen Deutschen, das uns blind für solche groben Fehler in der Justiz macht?
Früher sagte man: "Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast." Heute könnte man sagen: "Vertraue keinem Staatsanwalt, den du nicht selbst bestochen oder angewiesen hast." Oder gibt die Statistik auch diese Deutung nicht her?
Letzter Fun-Fact für heute: Auch wenn es nicht aus der oben zitierten Statistik hervorgeht: Bei Rechtsbeugung durch Richter sind in Deutschland 100 % der Tatverdächtigen Deutsche! Das trifft übrigens auch für die tatsächlich wegen Rechtsbeugung verurteilten Richter zu: 100 % sind Deutsche! Und zwar jedes Jahr! Woher weiß ich das? Es ist Denklogik: In Deutschland können nur Deutsche Richter werden. Folglich kann kein Ausländer in diesem Bereich tatverdächtig sein. (Außer die Polizei kann dieser Denklogik nicht folgen.)
Anmerkung zur Politik und Abgrenzung zu rechtem Gedankengut: Das sollte sich nach meiner Meinung auch einmal die AfD überlegen, die für ihre Justizkritik bekannt ist: Jeder Richter in Deutschland ist Deutscher! Wer mit Richtern in Deutschland unzufrieden ist, ist mit Deutschen unzufrieden! Vermutlich sind Deutsche für die AfD also doch nicht das Tollste auf der Welt, wie Rechtsextreme es an anderer Stelle propagieren. Vielleicht wäre sogar die AfD mit ausländischen Beamten und Richtern, die (soweit die Statistik das hergibt) weniger korrupt wären und mehr Sex mit ihren Frauen statt fremden Kindern haben, glücklicher? Ich hoffe, der innere Widerspruch zum gepriesenen Deutschtum ist verständlich rübergekommen.
Klingt das für Sie einseitig negativ dargestellt, zu Lasten von Deutschen? Dann haben sie durch diesen Beitrag womöglich etwas gelernt! (Zumindest über mich. Ich bin Deutscher, aber keinesfalls stolz auf die hier beschriebenen Privilegien.)
Und Sie können sich jetzt vermutlich selbst logisch erschließen, warum die Polizei so selten gegen Richter (=Deutsche) oder Staatsanwälte und gut betuchte Rechtsanwälte ermittelt und was statistische Desinformation ist. Habe ich also zu Beginn des Beitrags zu viel versprochen oder mein Versprechen gehalten?